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Multi-Journal-Installationen

OJS bietet die Möglichkeit, mehrere Journals in einer OJS-Instanz anzulegen. Die Nutzung dieser Funktion hat allerdings Auswirkungen auf die einzelnen Journals. Mit dieser Handreichung stellen wir Ihnen kurz die Funktion und ihre Auswirkungen vor.

Für wen ist diese Funktion gedacht?

Der Grundgedanke hinter dieser Funktion ist die Möglichkeit, mehrere Journals unter einem gemeinsamen Dach zu publizieren. Denkbare Nutzer können beispielsweise Universitätsverlage sein, die universitätseigene Publikationen unter einer eigenen Marke verbreiten wollen.

Diese Funktion kann in einigen Bereichen den administrativen Aufwand verringern, es müssen jedoch Auswirkungen für die einzelnen Journals berücksichtigt werden.

Wie wirkt sich das Betreiben mehrerer Zeitschriften in einer OJS-Instanz aus?

Benutzerdatenbank

OJS arbeitet intern mit einer einzigen Benutzerdatenbank, die alle in OJS angemeldeten Benutzer umfasst. Wenn beispielsweise ein Journal Manager einem Benutzer eine Rolle zuweisen möchte, dann wird OJS sämtliche bekannten Benutzer aufführen und nicht nur die, die auch in einem spezifischen Journal angemeldet sind. Ähnliches gilt für die Auswahl von Gutachtern oder auch für den Versand von Emails an alle Nutzer. Dieses Verhalten kann datenschutzrechtlich bedenklich sein und ist möglicherweise bei nicht verwandten Journals unerwünscht.

Als Journal Manager können Sie zwar beim Email-Versand auch explizit nur die Benutzer auswählen, die mit Ihrem Journal assoziiert werden, der Versand kann allerdings auch an alle Benutzer der OJS-Instanz erfolgen.

Gestaltung

Die unvollständige Trennung der Benutzerdatenverwaltung wirkt sich auch auf die Gestaltung aus. Da die „Persönliche Startseite“ hierarchisch über der Journal-Ebene angelegt ist, verlassen Benutzer den journal-spezifisch gestalteten Bereich, wenn Sie diese aufrufen. In der Folge kann es zu gestalterischen Konflikten kommen. Bei der Gestaltung der einzelnen Journals muss daher immer auch das übergeordnete Design der OJS-Instanz beachtet werden, um zu gestalterisch schlüssigen Ergebnissen zu kommen. Individuelle Gestaltungswünsche von Redaktionen können deswegen u.U. nur begrenzt realisierbar sein.

Suchfunktion

Eine weitere Folge der nicht strikten Trennung der einzelnen Journals innerhalb einer OJS-Instanz betrifft die Suchfunktion. Standardmäßig durchsucht die OJS-eigene Suchfunktion zwar nur das jeweilige Journal, Benutzer können diese allerdings auch so einstellen, dass sämtliche Journals innerhalb der gleichen OJS-Instanz durchsucht werden.

Plugins

Ein weiteres mögliches Problem besteht bei der Konfiguration einiger Plugins. Einige OJS-Plugins arbeiten „site-wide“, d.h. innerhalb der gesamten OJS-Instanz und nicht nur auf Journal-Ebene. Betroffen davon sind beispielsweise das Counter-Plugin oder das Acron-Plugin. In der Folge können betroffene Plugins nur für alle Journals innerhalb einer OJS-Instanz aktiviert bzw. deaktiviert werden.

Template-Änderungen

Da die für die Gestaltung und Struktur von OJS verantwortlichen Templates innerhalb von OJS nicht journal-spezifisch vorgehalten werden, wirken sich Änderungen natürlich auf alle Journals einer OJS-Instanz aus. Eine Trennung ist nur über die Entwicklung eigener Plugins möglich, die individuelle Templates für einzelne Journals bereitstellen können. Die Entwicklung solcher Plugins ist ungleich aufwändiger.

Von Template-Änderungen ist grundsätzlich abzuraten. Sowohl Wartbarkeit als auch Nachhaltigkeit sind dabei nicht gewährleistet.

Abwägungsfrage

Die zuvor aufgeführten Punkte machen deutlich, dass die Entscheidung für mehrere Journals innerhalb einer einzigen OJS-Instanz wohl überlegt sein sollte. Ausschlaggebend bei der Entscheidungsfindung ist das jeweils zugrundeliegende Konzept.

Beispiele

Die Universitätsbibliothek Heidelberg vereint mit den Heidelberger OJS-Journals mehr als 60 Zeitschriften in einer Instanz. Bei Fragen können Sie gerne die Heidelberger Kolleg/innen kontaktieren.